Manchmal bin ich auf der Überholspur
Warum ich lernen muss, rechtzeitig vom Gas zu gehen
Schon als Kind war ich die, die immer gefragt hat:
Warum?
Warum ist das so?
Warum machen wir das so?
Warum geht das nicht anders?
Meine Eltern konnten ein Lied davon singen.
Ich habe so lange gefragt,
bis irgendwann nur noch kam:
„Darum.“
Aber mit diesem „darum“ konnte ich nie viel anfangen.
Die Marte, die verstehen will,
die spürt, dass da noch mehr sein muss —
die ist geblieben.
Nur stelle ich die Fragen heute mir selbst.
Warum werde ich ungeduldig?
Warum will ich Dinge sofort klären?
Warum fühlt es sich oft an,
als müsste alles schneller gehen?
Ich fahre gern
Ich fahre gerne Auto.
Nicht unbedingt rasen.
Aber zügig.
Wenn die Straße frei ist,
darf es vorangehen.
Ich mag dieses Gefühl,
in Bewegung zu sein.
Den Blick nach vorne.
Den Überblick.
Vielleicht ist das nicht nur auf der Straße so.
Wenn Plan A nicht funktioniert,
gibt es Plan B.
Oder C.
Stillstand war nie meine Stärke.
Wenn ich auf der Überholspur bin
Es gibt Phasen,
da bin ich innerlich auf der Überholspur.
Gedanken schnell.
Entscheidungen schnell.
Worte schnell.
Ich will vorwärts.
Ich will klären.
Ich will weiter.
Und manchmal merke ich nicht,
dass andere noch gar nicht so weit sind.
Dann sitzen sie neben mir
und hoffen,
dass ich die nächste Kurve nicht zu schnell nehme.
Früher habe ich das nicht gesehen.
Für mich war es normal,
schnell zu wissen, was ich will.
Heute spüre ich schneller,
wenn mein Tempo nicht zur Situation passt.
Und dann frage ich mich:
Muss ich wirklich schneller fahren —
oder reicht es,
wenn ich sicher ankomme?
Nicht jede Strecke ist eine Rennstrecke
Es gibt Zeiten,
da passt Tempo.
Aber nicht jede Straße ist dafür gemacht.
Manche Gespräche brauchen Zeit.
Manche Menschen brauchen ein anderes Tempo.
Und eine Partnerschaft ist kein Wettbewerb.
Wenn ich zu schnell fahre,
verliere ich nicht das Auto.
Sondern das Gefühl für das,
was gerade wirklich wichtig ist.
Bewusst langsamer werden
Früher dachte ich,
langsamer werden heißt verlieren.
Heute weiß ich:
Es kann auch bedeuten,
dass mir etwas wichtig ist.
Dass ich die Kurve sauber nehmen will.
Dass ich niemanden verlieren möchte,
der mit mir unterwegs ist.
Langsamer heißt nicht stehen bleiben.
Langsamer heißt,
bewusst fahren.
Ein Gedanke zum weiterfliegen
Ich muss mich nicht verändern,
nur weil ich gerne schnell bin.
Das gehört zu mir.
Die Klarheit.
Die Bewegung.
Der Wunsch zu verstehen.
Aber ich kann heute wählen.
Ich kann Gas geben,
wenn es passt.
Und ich kann bremsen,
wenn ich merke,
dass ich mich oder andere überhole.
Nicht aus Angst.
Sondern aus Verantwortung.
Ich sitze am Steuer.
Und ich entscheide,
in welchem Tempo ich fahre.
In den nächsten Wochen nehme ich dich weiter mit
auf meine Reise durchs Leben –
mit all den Kurven, Umwegen und neuen Wegen.
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Wenn du magst,
steig ein und fahr ein Stück mit.
