Mit welchem Vehikel fahre ich durchs Leben?


Loslassen, um wieder selbst am Steuer zu sitzen

Manchmal taucht eine Frage auf, die mich länger begleitet als gedacht.
So eine Frage bekam ich einmal in einem Seminar gestellt:

„Wer hat die Kontrolle über dein Leben – und wem gibst du den Schlüssel?“

Diese Frage hat etwas in mir ausgelöst.

Ich begann, mir mein Leben wie eine Reise vorzustellen.
Nicht nur bildlich, sondern sehr konkret.

Ich sah ein Fahrzeug vor mir.
Mein Fahrzeug.
Das Vehikel, mit dem ich durch mein Leben fahre.

Und plötzlich wurde mir klar:
Es macht einen Unterschied, womit ich unterwegs bin —
und wer mit mir an Bord sitzt.


Welches Fahrzeug passt zu meinem Leben?

Ist mein Leben ein schneller Sportwagen,
mit dem ich alleine unterwegs bin?

Ein Geländewagen, der mir Sicherheit gibt
und mich über jede schwierige Strecke bringt?

Ein Kleinbus, in dem meine engsten Menschen Platz haben?

Oder fahre ich mit einem großen Reisebus,
in dem ständig jemand ein- und aussteigt
und jeder eine andere Richtung vorschlägt?

Als ich mir diese Fragen ehrlich gestellt habe,
wurde mir klar, dass mein Fahrzeug lange Zeit
nicht so aussah, wie ich es eigentlich wollte.


Wenn das Lebensfahrzeug überladen ist

Es gab Zeiten, da fühlte sich mein Leben eher an wie ein überfüllter Linienbus.

Zu viele Meinungen.
Zu viele Erwartungen.
Zu viele Dinge, die ich mit mir herumgetragen habe,
obwohl sie längst nicht mehr zu mir gehörten.

Manche Menschen saßen mit im Bus,
weil sie schon immer da waren.

Andere, weil ich dachte, sie müssten dort sitzen.

Und wieder andere,
weil ich mich nicht getraut habe zu sagen:
Hier ist Endstation.

Irgendwann hatte ich das Gefühl,
ich fahre nicht mehr selbst.

Ich saß zwar noch im Fahrzeug —
aber nicht mehr am Steuer.

Manchmal habe ich den Schlüssel freiwillig abgegeben.
Aus Bequemlichkeit.
Aus Rücksicht.
Aus Angst vor Konflikten.

Und manchmal wurde er mir einfach aus der Hand genommen,
ohne dass ich es sofort gemerkt habe.

Plötzlich fuhr mein Leben in eine Richtung,
die gar nicht meine war.


Die Reisezeit ist begrenzt

Irgendwann kam der Moment, in dem ich stehen geblieben bin.
Nicht, weil ich musste.
Sondern weil ich gemerkt habe,
dass ich so nicht weiterfahren möchte.

Die Zeit, die wir für diese Reise haben, ist begrenzt.
24 Stunden am Tag.

Und je älter ich werde,
desto bewusster wird mir,
dass auch die Strecke nicht endlos ist.

Also habe ich angefangen auszuräumen.

Ballast.
Alte Gewohnheiten.
Gedanken, die mich klein halten.
Beziehungen, die mehr Kraft kosten als geben.

Das war nicht immer leicht.
Und es ging auch nicht schnell.

Aber ich habe gelernt:
Loslassen schafft Platz.

Und ohne Platz
kann nichts Neues einsteigen.


Heute halte ich den Schlüssel selbst

Heute weiß ich,
mit welchem Vehikel ich unterwegs sein möchte.

Kein überfüllter Bus mehr.
Kein Fahrzeug, in dem alle mitreden —
nur ich nicht.

Ich fahre mein Leben selbst.

Ich entscheide,
wer mitfahren darf.

Ich entscheide,
wo die Reise hingeht.

Und ich entscheide auch,
wann es Zeit ist anzuhalten
oder jemanden aussteigen zu lassen.

Nicht aus Härte.
Sondern aus Klarheit.


Gedanken zum weiterfliegen

Mit welchem Vehikel bist du unterwegs?

Diese Frage stelle ich mir immer wieder.

Nicht, um alles perfekt zu machen —
sondern um nicht zu vergessen,
dass ich am Steuer sitze.

Die Reisezeit ist begrenzt.
Und genau deshalb lohnt es sich,
bewusst zu fahren.

Mit weniger Ballast.
Mit den richtigen Menschen.
Und mit einem Ziel,
das sich nach meinem Leben anfühlt.

In den nächsten Wochen nehme ich dich weiter mit
auf meine Reise durchs Leben –
mit all den Kurven, Umwegen und neuen Wegen.
Neue Beiträge erscheinen in regelmäßigen Abständen.
Wenn du magst,
steig ein und fahr ein Stück mit.

Martes Gedanken – unterwegs zwischen Licht, Schatten und neuen Horizonten

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