Manchmal sehe ich mein Leben von oben

Wenn ich heute zurückblicke,
sehe ich die Strecke,
die ich gefahren bin.

Egal welches Fahrzeug

Auf dem Nummernschild stand
Zuverlässig.
Freundlich.
Immer Zeit

Viele konnten sich auf mich verlassen.
Und ja —
das hat sich auch gut angefühlt.

Gebraucht zu werden
gab mir das Gefühl, wichtig zu sein.

Doch wenn ich genauer hinschaue,
sehe ich auch die andere Seite.

Hinter dem Lächeln
war oft Müdigkeit.

Hinter der Stärke
war der Wunsch,
einmal auch getragen zu werden.

Aber ich bin weitergefahren.

Ohne Worte, stumm.

Einfach so aussteigen
war nicht meine Art.

Zu tief saß dieser Satz:

Die Suppe hast du dir selbst eingebrockt,
jetzt löffle sie auch aus.

Also habe ich durchgehalten.
Gelöffelt, länger als gut war.

Ein langsamer Rückzug
war irgendwann nicht mehr möglich.

Am Ende blieb nur noch der Schleudersitz.

Nicht geplant.
Nicht sanft.
Der Notausstieg

Wenn ich heute von oben auf diese Strecke schaue,
weiß ich:

Ich habe zu lange durchgehalten.
Den Blick nur nach außen und nie auf mich

Ich fahre weiter

Heute weiß ich,
dass es mein Fahrzeug ist.

Und ich habe gelernt,
besser darauf zu achten,
dass es nicht wieder zu voll wird.

Martes Gedanken – unterwegs zwischen Licht, Schatten und neuen Horizonten

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