Dating nach Gebrauchsanweisung
Oder: Wie ich beinahe vergessen hätte, auf mein eigenes Gefühl zu hören
Ich habe ja schon einiges erlebt in meinem Leben.
Aber dass ich mit 64 noch einmal feststellen würde, dass Dating offenbar eine Wissenschaft für sich geworden ist – damit hatte ich dann doch nicht gerechnet.
Früher war das irgendwie einfacher.
Man lernte jemanden kennen. Man fand sich sympathisch. Man traf sich. Vielleicht trank man einen Kaffee miteinander. Vielleicht ging man spazieren. Und wenn es passte, traf man sich wieder.
Heute scheint Dating dagegen ein bisschen wie eine Mischung aus Bewerbungsgespräch, Strategiespiel und Forschungsprojekt.
Es gibt Regeln.
Viele Regeln.
Dating-Gebrauchsanweisung oder?
Man soll niemanden daten, der nicht mindestens ein bis zwei Jahre komplett von seiner letzten Beziehung getrennt ist.
Die ersten drei Dates sollten möglichst eine Woche auseinanderliegen.
Das erste Treffen darf höchstens eine Stunde dauern.
Bei WhatsApp darf man nicht zu schnell antworten – aber natürlich auch nicht zu spät.
Man sollte nicht zu viele Worte machen.
Wer schreibt zuerst?
Wie oft darf man schreiben?
Wann darf man Interesse zeigen?
Wann darf man körperliche Nähe zulassen?
Wann ist man zu verfügbar?
Wann ist man zu distanziert?
Und überhaupt: Was bedeutet eigentlich „zu viel“?
Ich habe manchmal das Gefühl, für ein Date bräuchte man heute fast einen Führerschein.
Mit einem 247-seitigen Handbuch.
Natürlich inklusive Fußnoten.
Und einem Sonderkapitel:
„Die richtige Reaktionszeit auf eine WhatsApp-Nachricht.„
Dann gibt es noch die ganzen Begriffe und Label
Ghosting.
Breadcrumbing.
Love Bombing.
Situationship.
Friendship Plus.
Fake Engagement.
Rebound-Beziehung.
Ich frage mich manchmal, warum inzwischen eigentlich alles einen Namen braucht.
Warum können wir nicht einfach sagen:
„Es passt.“
Oder:
„Es passt nicht.“
Warum muss man dem Kind, das sowieso schon in den Brunnen gefallen ist, auch noch einen Namen geben?
Natürlich können solche Begriffe hilfreich sein. Sie können etwas beschreiben, für das man bisher keine Worte hatte.
Aber manchmal habe ich auch den Eindruck, dass wir mit den ganzen Begriffen wunderbar vermeiden können, das eigentlich Offensichtliche auszusprechen.
Eine Situationship kann zum Beispiel auch einfach bedeuten:
„Ich weiß eigentlich nicht, woran ich bei diesem Menschen bin.“
Fake Engagement könnte heißen:
„Er hat mir viel versprochen, aber wenig davon gelebt.“
Und Friendship Plus?
Vielleicht einfach:
„Wir mögen uns, wir schlafen miteinander, aber einer von uns möchte eigentlich mehr und keiner spricht es aus.“
Aber das klingt natürlich mit englischem Etikett gleich viel professioneller.
WhatsApp kann viel – aber irgendwann sitzt der Mensch vor mir
Online kann man sich inszenieren. Im echten Leben zeigt sich Verhalten
Da kann man sich wunderbar darstellen.
Man kann überlegen, was man schreibt.
Man kann Sätze wieder löschen.
Man kann überlegen, welches Wort besonders klug klingt.
Man kann seine besten Seiten präsentieren.
Man kann sich seine eigene kleine Dating-Persönlichkeit zusammenbauen.
Beim Schreiben können wir uns ganz viel überlegen, was wir da hineinpacken.
Aber irgendwann sitzt dieser Mensch vor mir.
Und dann höre ich nicht nur seine Worte.
Ich sehe seine Körpersprache.
Ich sehe, wie er mit anderen Menschen umgeht.
Wie er mit der Kellnerin spricht.
Ob er zuhört.
Ob er mich ausreden lässt.
Ob er aufmerksam ist.
Ob seine Worte und sein Verhalten überhaupt zusammenpassen.
Denn irgendwann lassen sich die Masken, die wir beim Schreiben oder Telefonieren aufhaben, einfach nicht mehr aufrechterhalten.
Und dann heißt es bei mir manchmal:
Die lassen die Hosen runter – und dann schicke ich sie auch mal wieder nach Hause.
Nicht, weil ich Menschen sezieren möchte.
Sondern weil ich irgendwann wissen möchte, wer mir da tatsächlich gegenübersitzt.
Verhalten sagt mehr als schöne Worte
Schöne Worte können beeindrucken.
Verhalten kann überzeugen.
Ein Mann kann mir schreiben, dass er respektvoll ist.
Oder er kann es mir zeigen.
Mein letztes Date war beim Schreiben eher etwas holprig.
Aber im echten Leben?
Er war höflich.
Er hat der Kellnerin gegenüber gute Manieren gezeigt.
Er hat mir den Stuhl zurechtgerückt.
Er hat mir zuerst Wasser eingeschenkt und sich danach selbst welches genommen.
Nichts Spektakuläres.
Und doch habe ich genau hingeschaut.
Denn vielleicht sind es gerade diese kleinen Dinge, an denen sich viel mehr zeigt als an hundert schönen Nachrichten.
Für alles gibt es inzwischen eine Erklärung
Wenn eine Beziehung nicht funktioniert, gibt es inzwischen offenbar für fast alles eine passende Schublade.
„Das war nur eine Rebound-Beziehung.“
Hat jemand nach einer Trennung schnell eine neue Beziehung begonnen, muss er vermutlich erst einmal die emotionale Lücke füllen.
Oder er ist eben noch nicht über die alte Beziehung hinweg.
Oder er geht einfach wieder auf die Jagd.
Eine Freundin erklärte mir einmal eine meiner Begegnungen genau so.
Andere sagen:
„In dem Alter ist das schwierig. Die Männer sind doch alle in der Midlife-Crisis und wissen nicht, was sie wollen.“
Ich finde es faszinierend, wie viele Erklärungen wir Menschen für etwas finden können, das manchmal einfach nicht funktioniert hat.
Gerade in unserem Alter hat doch fast jeder schon eine oder mehrere Beziehungen hinter sich.
Und manchmal wissen selbst die beiden Menschen, die darin gelebt haben, hinterher nicht genau, warum es irgendwann nicht mehr funktioniert hat.
Warum müssen wir also unbedingt die Vergangenheit eines Menschen diagnostizieren?
Vielleicht ist die interessantere Frage:
Wer sitzt da jetzt vor mir?
Ich lerne nicht nur seine Vergangenheit kennen.
Ich lerne ihn kennen – mit seiner Vergangenheit.
Jetzt.
Natürlich ist seine Vergangenheit Teil von ihm.
Aber sie ist nicht automatisch seine Gegenwart.
Jeder kann aus seiner Vergangenheit lernen.
Meine persönliche Dating-Forschungsgruppe
Neulich erzählte mir eine Frau, dass sie grundsätzlich fünf Männer gleichzeitig datet.
Fünf.
Ich war beeindruckt.
Nicht unbedingt romantisch beeindruckt.
Eher organisatorisch.
Ich fragte sie irgendwann:
„Wie schaffst du es eigentlich, die alle auseinanderzuhalten?“
Daraufhin zeigte sie mir ihr Handy.
Sie hatte für jeden Mann ein eigenes Protokoll.
Beruf.
Hobbys.
Was er erzählt hatte.
Was sie beim letzten Treffen gemacht hatten.
Was sie besprochen hatten.
Und vermutlich wäre es bei fünf Männern irgendwann auch nicht schlecht gewesen, noch die Schuhgröße zu notieren.
Vor dem nächsten Date schaute sie sich ihr Protokoll noch einmal an, damit sie wusste, mit wem sie sich jetzt eigentlich traf.
Ihr Argument war:
„Das Leben geht zu schnell vorbei. Man muss sich zack zack eine große Auswahl hertun, dann verplempert man nicht so viel Zeit.“
Ich musste lachen.
Ich bin offenbar eher die Variante:
Einer nach dem anderen.
Aber ist das besser?
Nein.
Es ist einfach meins.
Und genau darüber habe ich nachgedacht.
Vielleicht bin ich tatsächlich ein bisschen oldschool.
Wenn ich jemanden date, entsteht bei mir ziemlich schnell ein Gefühl von Loyalität.
Nicht im Sinne von:
„Wir sind jetzt ein Paar und gehören einander.“
Sondern eher:
Wenn ich gerade herausfinden möchte, ob mit diesem Menschen vielleicht etwas entstehen könnte, fühlt es sich für mich merkwürdig an, gleichzeitig romantisch mit mehreren anderen Menschen unterwegs zu sein.
Für mich fühlt sich das irgendwann ein bisschen wie Betrug an.
Aber das ist mein Gefühl.
Meine Vorstellung.
Mein Mindset.
Andere sehen Dating viel lockerer.
Und vielleicht ist das auch völlig in Ordnung.
Die spannende Frage ist für mich deshalb gar nicht:
Wer macht es richtig?
Sondern:
Was davon ist eine allgemeingültige Regel – und was ist einfach mein eigenes Mindset?
Und irgendwo zwischen all den Regeln muss ich noch ich selbst sein
Denn irgendwo zwischen all diesen Regeln muss ich ja auch noch ich selbst sein.
Und genau da wird es interessant.
Ich bin nämlich durchaus ein Mensch, der gerne nach Plan arbeitet.
Ich mag Listen.
Ich mag es, Dinge abzuhaken.
Ich hatte sogar einmal eine Haushaltsliste.
Nicht etwa, weil ich so wahnsinnig gerne putze, sondern weil ich irgendwann das Gefühl hatte, den ganzen Tag etwas zu machen und am Abend trotzdem nichts geschafft zu haben.
Also schrieb ich auf, was ich alles erledigt hatte.
Und siehe da:
Plötzlich war die Liste voll.
Ich hatte sehr wohl etwas geschafft.
Die Liste hatte mir quasi schwarz auf weiß bewiesen, dass mein Eindruck nicht mit der Realität übereinstimmte.
Listen können also durchaus etwas Gutes sein.
Sie können Ordnung schaffen.
Sie können sichtbar machen, was man geschafft hat.
Sie können einem den Überblick geben.
Aber beim Dating?
Vielleicht sollte ich meine Listenliebe dann doch lieber zu Hause lassen. :))
Denn auch da gibt es inzwischen genügend Regeln, die man abhaken könnte.
☐ Nicht zu schnell antworten.
☐ Weiblich genug wirken.
☐ Nicht zu viel reden.
☐ Nicht zu schlau wirken.
☐ Ihn helfen lassen.
☐ Nicht zu viele Fragen stellen.
☐ Interesse zeigen, aber nicht zu viel.
☐ Geheimnisvoll bleiben.
☐ Bloß nicht den Beruf erwähnen.
☐ Nicht versehentlich einen Rat geben.
☐ Augenkontakt nicht vergessen.
Und wenn ich ganz fleißig bin, könnte ich nach dem Date noch eine Bewertung hinzufügen:
☐ Hat er pünktlich geantwortet?
☐ Hat er mich lange genug angesehen?
☐ Habe ich feminin genug gewirkt?
☐ Habe ich zu viel geredet?
☐ War ich vielleicht zu schlau?
☐ Habe ich ihn genügend helfen lassen?
Und dann könnte ich am Ende feststellen:
Verdammt. Ich habe vergessen, ihn kennenzulernen.
Denn während ich im Kopf meine Checkliste abarbeite, sitzt der arme Mann mir gegenüber und fragt sich vielleicht:
„Warum schaut die Frau eigentlich so konzentriert?“
Vielleicht, weil ich gerade versuche, die Bedienungsanleitung für mich selbst zu befolgen.
Das erinnert mich manchmal an ein Bewerbungsgespräch.
Nur dass wir beim Bewerbungsgespräch wenigstens wissen, worauf wir uns bewerben.
Beim Dating sitzen zwei Menschen voreinander und versuchen herauszufinden, ob sie miteinander etwas anfangen können.
Und genau deshalb finde ich es so wichtig, irgendwann die ganzen Regeln wieder wegzulegen.
Denn ich möchte den Menschen vor mir ansehen.
Nicht meine Checkliste.
Was will ich eigentlich?
Wenn ich all die Regeln, Strategien, Labels und gut gemeinten Ratschläge einmal beiseitelege, bleibt bei mir eigentlich erstaunlich wenig übrig.
Ich möchte einen Mann, der respektvoll ist.
Der Zeit hat.
Der höflich ist und gute Manieren besitzt.
Mit dem ich lachen kann.
Mit dem ich gute Gespräche führen kann.
Der zuhört.
Der aufmerksam und fürsorglich ist.
Der Nähe und Zweisamkeit mag.
Bei dem ich mich wohlfühle.
Das ist eigentlich gar nicht so kompliziert.
Und natürlich habe auch ich meine Macken.
Ich bin nicht die perfekte Frau.
Ich habe meine Vorstellungen.
Meine Eigenheiten.
Meine Geschichte.
Ich laufe inzwischen mit einem Gehstock durch die Gegend, weil mein Körper nach ein paar Unfällen offenbar beschlossen hat, mir gelegentlich einen kleinen Hinweis auf meine eigene Unvollkommenheit zu geben.
Ich habe Ansprüche.
Er hat vermutlich auch welche.
Und vielleicht ist genau das der Punkt.
Am Ende treffen sich nicht zwei perfekte Menschen.
Es treffen sich zwei Menschen.
Zwei unperfekte Menschen mit Macken, Erfahrungen, Vorstellungen und Vergangenheit.
Zwei Menschen, die sich gegenseitig interessant genug finden müssen, damit aus einem Kaffee vielleicht ein zweiter wird.
Und vielleicht ein dritter.
Und irgendwann vielleicht mehr.
Nicht zwei perfekte Wunschbilder.
Sondern zwei Menschen, deren Wirklichkeiten miteinander funktionieren können.
Und dann kam Kant
Ich habe mich schon einmal mit seinem kategorischen Imperativ beschäftigt.
Damals ging es um eine Frage, die mich auch beim Dating immer wieder beschäftigt:
Kann ich einen anderen Menschen wie eine Option behandeln, wenn ich selbst keine Option sein möchte?
Denn genau das ist mir in meinen Begegnungen immer wieder passiert.
Ich war irgendwann die Option.
Vielleicht nicht absichtlich.
Vielleicht nicht einmal böse gemeint.
Aber ich war eben nicht die einzige Möglichkeit.
Und das hat sich für mich nicht gut angefühlt.
Also frage ich mich:
Kann ich selbst fünf Menschen gleichzeitig kennenlernen und jedem das Gefühl geben, er könnte vielleicht derjenige sein?
Oder widerspricht das einfach meinem eigenen Verständnis davon, wie ich behandelt werden möchte?
Vielleicht ist meine Antwort darauf ganz einfach:
Ich möchte Menschen nicht zu Optionen machen.
Aber auch das ist keine allgemeingültige Dating-Regel.
Es ist meine.
Und vielleicht ist das überhaupt die wichtigste Erkenntnis aus diesem ganzen Dating-Wahnsinn:
Ich muss nicht jede Regel übernehmen, nur weil es sie gibt.
Welche Regeln sind eigentlich meine?
Vielleicht ist genau das die Frage, die am Ende übrig bleibt.
Nicht:
Was macht man beim Dating?
Nicht:
Wie lange muss ich warten?
Nicht:
Wie viele Männer sollte ich gleichzeitig kennenlernen?
Nicht:
Welche Bezeichnung hat das, was gerade zwischen zwei Menschen passiert?
Sondern:
Was davon passt eigentlich zu mir?
Welche Regeln helfen mir?
Welche engen mich ein?
Und welche habe ich irgendwann einfach übernommen, ohne jemals zu prüfen, ob sie überhaupt meine sind?
Denn ich darf meine eigenen Regeln haben.
Ich darf sagen:
Ich möchte nur einen Menschen kennenlernen.
Ich möchte nicht taktieren.
Ich möchte Interesse zeigen dürfen.
Ich möchte nicht absichtlich weniger schreiben, nur damit ich interessanter wirke.
Ich möchte beobachten, was ein Mensch tut.
Ich möchte Fragen stellen.
Ich möchte lachen.
Ich möchte neugierig sein.
Und ich möchte vor allem eines:
Ich selbst bleiben.
Es fehlt noch die Kirsche
Nach meinem Umzug war irgendwie alles neu.
Neue Wohnung.
Neue Umgebung.
Neue Menschen.
Neuer Friseur.
Mehr neu geht eigentlich gar nicht, habe ich gepostet.
Und zwei Freunde schrieben irgendwann sinngemäß:
„Na, jetzt fehlt nur noch ein neuer Mann.“
Ich musste lachen.
Meine Antwort war:
„Ja, wenn dann die Kirsche auf der Sahnetorte. Aber bitte keine Schattenmorelle.“
Und irgendwie gefällt mir dieses Bild.
Denn ich brauche keinen Mann, der mein Leben erst zu einem guten Leben macht.
Meine Torte ist auch ohne Kirsche ziemlich lecker.
Ich kann mein Leben selbst organisieren.
Ich kann alleine sein.
Ich kann Entscheidungen treffen.
Ich kann mich beschäftigen.
Ich kann glücklich sein.
Ein Partner wäre für mich kein fehlendes Stück.
Er wäre eine Zugabe.
Eine Kirsche.
Und wenn irgendwann eine Kirsche kommt, die auf meine Torte passt und dort auch wirklich sein möchte, dann darf sie gerne bleiben.
Um aus alleine gemeinsam zu machen.
Aus glücklich sein, überglücklich sein.
Aus mein Leben organisieren, unser Leben machen.
Aus eigenen Plänen gemeinsame Pläne machen.
Vielleicht brauche ich gar keine Gebrauchsanweisung
Vielleicht muss ich dafür gar nicht mehr wissen, welche Dating-Regel gerade gilt.
Vielleicht muss ich nicht berechnen, wann ich antworte.
Vielleicht muss ich nicht fünf Männer gleichzeitig verwalten.
Vielleicht muss ich nicht herausfinden, welche englische Bezeichnung unser Beziehungsstatus gerade verdient.
Vielleicht muss ich einfach irgendwann diesem Menschen gegenüber sitzen, ihm in die Augen schauen und denken:
Mit dir könnte ich mir vorstellen, noch ein Stück gemeinsam zu fahren.
Und wenn ich dabei meine Checkliste vergessen habe, wäre das vermutlich sogar ein ziemlich gutes Zeichen.
Denn vielleicht geht es beim Dating am Ende gar nicht darum, den perfekten Menschen zu finden.
Vielleicht geht es darum, einen Menschen zu treffen, bei dem zwei unperfekte Wirklichkeiten sagen:
Das könnte passen.
Und wenn nicht?
Dann war es eben ein Kaffee.
Auch das ist kein Weltuntergang.
Ich dachte übrigens, ich wäre in einem Alter, in dem mich das Leben nicht mehr besonders überraschen kann.
Wie schön, dass ich mich geirrt habe.
Ein Gedanke zum Weiterfliegen
Vielleicht lohnt es sich manchmal, die Gebrauchsanweisung beiseitezulegen.
Nicht nur beim Dating.
Auch im Leben.
Denn irgendwo zwischen all den Regeln, Erwartungen und gut gemeinten Ratschlägen kann es passieren, dass wir so sehr darauf achten, es richtig zu machen, dass wir vergessen zu fragen:
Was fühlt sich für mich eigentlich richtig an?
Welche Regeln helfen mir?
Welche engen mich ein?
Und welche habe ich irgendwann einfach übernommen, ohne jemals zu prüfen, ob sie überhaupt meine sind?
Vielleicht ist Selbstbestimmung manchmal genau das:
Nicht jede Regel zu brechen.
Aber selbst zu entscheiden, welche ich befolgen möchte.
Und welche ich getrost dort liegen lassen kann, wo ich sie gefunden habe.
