Die Rüstung

Sie hat sie sich nicht bewusst angezogen.

Sie ist einfach gewachsen,
Schicht für Schicht.

Aus Sätzen,
aus Erwartungen,
aus Momenten,
in denen stark sein leichter war
als zu zeigen,
wie es wirklich ist.

Die Rüstung hat gehalten.
Hat getragen.
Hat vieles möglich gemacht.

Und gleichzeitig
hat sie leise verdeckt,
wie viel eigentlich gesehen werden wollte.

Heute legt sie sie nicht einfach ab.

Aber sie öffnet sie manchmal ein Stück.

Lässt Luft hinein.
Lässt Nähe zu.

Und merkt,
dass sie darunter nicht schwächer ist.

Sondern weicher.

Und vielleicht
liegt genau darin
eine andere Form von Stärke.

Martes Gedanken – unterwegs zwischen Licht, Schatten und neuen Horizonten

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