Mein Tempo
Wenn ich heute auf mein Leben schaue,
sehe ich viele Strecken,
auf denen ich langsamer war als andere.
Von außen sah es oft so aus,
als würde ich träumen.
Als wäre ich nicht richtig bei der Sache.
Doch in mir war es selten still.
Meine Gedanken waren oft schon weit voraus,
während ich nach außen noch ganz ruhig wirkte.
Ich hörte einen Satz
und in meinem Kopf entstand eine ganze Geschichte.
Was wäre, wenn …
Wie könnte es sein …
Wo führt das hin …
Aber bis ich etwas zeigte,
musste es in mir erst fertig werden.
Vielleicht wirkte ich deshalb wie ein Spätzünder.
Nicht, weil ich nichts wusste,
sondern weil ich lange nach innen ging,
bevor ich nach außen loslief.
Es gab Zeiten,
da konnte ich es nicht verstehen,
wenn andere nicht vorwärts kamen.
Wenn ich einmal in Bewegung war,
wollte ich weiter.
Schneller.
Klarer.
Vorwärts.
Und ja,
manchmal habe ich mit den Augen gerollt,
wenn jemand nicht aus dem Stand kam.
Heute muss ich darüber lächeln.
Denn auf vielen Wegen meines Lebens
war ich selbst genau so.
Still.
Bedächtig.
In mir vergraben.
Und dann plötzlich bereit,
wenn es für mich stimmte.
It’s my time.
Nicht früher.
Nicht später.
Mein Moment.
Heute weiß ich,
dass jeder sein eigenes Tempo hat.
Manche starten schnell
und werden später langsamer.
Andere brauchen länger,
bis sie losfahren.
Und wenn sie fahren,
wissen sie genau, wohin.
Vielleicht war ich nie zu spät.
Vielleicht brauchte ich nur länger,
um sicher zu sein.
Ein Spätzünder eben.
Aber einer,
der seinen Weg findet.
Lore weiter
